Jan 18, 2014 - Peru    kein Kommentar

In Peru, in Peru in den Anden…

… nein, es fliegt keine Kuh in den Anden! Aber dafür hat es viele Lamas. Aber zuerst von Anfang an. Von Buenos Aires flogen wir über Santiago de Chile nach Lima. Da wir ja sparsam reisen wollen, hatten wir ganze 9h von Buenos Aires nach Lima, wohingegen Simon von der Schweiz in ca. 13h nach Lima flog. In Lima am Flughafen trafen wir dann  Simon. Dort buchten wir auch gleich den Flug für den übernächsten Tag nach Cuzco. Ursprünglich wollten wir diese Strecke mit dem Bus fahren. Da es aber Regenzeit ist und wir viiiele Horrorstories über wöchentlich abstürzende Busse, übermüdete und alkoholisierte Fahrer, sowie Busse ohne funktionierende Bremsen gehört hatten, entschieden wir den etwas sicheren Weg über den Luftweg zu nehmen. In Lima stiegen wir im Pariwana Hostel im Stadtteil Miraflores ab. Das Hostel liegt zentral und ist wirklich super. Der Stadtteil Miraflores hat viele Restaurants, Banken und einige Läden und ist sicher, auch in der Nacht. Da wir relativ spät im Hostel ankamen begnügten wir uns mit dem McDonalds. Am nächsten Tag bummelten wir durch Lima und fühlten uns in unseren Vermutungen bestätigt. Wie viele südamerikanische Städte ist auch Lima kaputt, dreckig und naja, wenn wir ehrlich sind hässlich. Sie geben sich zwar mühe die Strandpromenade zu begrünen und zu bepflanzen. Jedoch lenken auch Pflanzen und Blumen nicht von kaputten Häusern, den Abgasen und dem Verkehrslärm ab. Am nächsten Morgen ging dann der Flieger nach Cuzco auf 3416 m.ü.M. Dort nahmen wir das Taxi, wieder zum Pariwana Hostel, da wir in Lima wirklich zufrieden waren.

Cuzco ist unserer Meinung nach wirklich eine schöne Stadt. Es hat einen schönen alten, historischen Stadtteil, der zwar touristisch ist, aber wirklich schön. Überall gibt es kleine Hinterhöfe mit Marktständen, die peruanische Stoffe, Kleidung und Accessoirs aus Alpaca Wolle verkaufen. Dort deckten wir uns auch gleich mit Schals, Kappen und Handschuhen ein. Cuzco ist genau so wie man sich Peru vorstellt. Die Kinder tragen schöne Schuluniformen und haben alle rote “Bäggli”. Viele peruanische Frauen tragen die klassischen farbigen Röcke, lange Zöpfe, Hüte und tragen ihre Kinder oder auch Einkäufe in farbigen Tüchern auf dem Rücken. Abseits des Touristenzentrums entdeckten wir dann ein kleines gemütliches Restaurant, welches ein Menu mit Suppe, Tee und Hauptgang mit Fleisch und Reis für 2 CHF pro Person anbot. Es war super, besser als jedes teure Restaurant im Touristenzentrum. Lustig hier in Cuzco ist auch das Einkaufssystem (vor allem für Einheimische). Es gibt eine Schuh-Strasse, eine Unterwäsche-Strasse, eine Sportkleidungs-Strasse, eine Coiffeur-Strasse, eine Essens-Strasse usw. An einem der unzähligen Essenstände probierten wir dann auch einen Rinderherz-Spiess. Echt lecker.

Im Hostel buchten wir einen Ausflug in die nahegelegenen Inkastätten und den 5-tägigen Salkantaitrekk nach Machu Picchu. Die Tour durch die Inkastätten erwies sich als ziemlich enttäuschende “Ober-Touri-Tour”. Aussteigen-Fotografieren-Ensteigen-Weiterfahren-Aussteigen-Fotografieren-usw. Immerhin waren die argentinischen Touristen sehr unterhaltsam, die sich an jedem möglichen Ort in jeder nur erdenklichen Pose fotografierten. Auf dieser Tour besuchten wir Sacsayhuaman, Q’enqo, Puca Pucara, Qorikancha.

Am nächsten Morgen um 4.30 Uhr wurden wir von unserem Guide Primo für den Salkantaytrek abgeholt. Zusammen mit einer Amerikanerin, einem Ire und zwei Spanier fuhren wir nach Mollepata auf 2900 m.ü.m. Dort gab es Frühstück und dann ging es los. 5h sozusagen senkrecht den Berg hinauf bis auf 3800m.ü.m. Und wirklich, wir wissen jetzt wo unsere Grenzen sind. Schon in den Schweizer Bergen sind 5 h bergauf laufen anstrengend. Die grosse Höhe, das Gepäck und die Sonne die auf unsere Köpfe brannte erschwerte das Ganze noch zusätzlich. Echt total erledigt und am Rande unserer Kräfte erreichten wir den Lunchpunkt. Dort wartete zum Glück ein warmes Mittagessen auf uns. Dazu gab es Coca Tee. Coca Tee und das Kauen von Cocablättern hilft gegen die Höhenkrankheit und erleichtert das Laufen in diese Höhen. Unser Problem war ganz klar, dass wir an unserem zweiten Tag in diesen Höhen das Trekking starteten und so keine Angewöhungszeit hatten. Bereits mit Kopfschmerzen, aber durch das Essen gestärkt ging es weitere 3-4h, diesmal alles Inkaflat (auf Deutsch: rauf-runter-rauf-runter-rauf-usw.). Total erledigt erreichten wir schliesslich das Camp auf 4000m. Dort bekamen wir Tee und Popcorn zur Stärkung und dann das Abendessen. Thomas ging es aber wegen der grossen körperlichen Anstrengung auf dieser Höhe überhaupt nicht gut und auch Simon hatte bereits den ganzen Tag mit Magenschmerzen zu kämpfen. Dies machte es für Simon zu einem kleinen Horrorausflug, denn laufen auf diesen Höhen und dann noch mit Magenproblemen ist nicht lustig. So gingen wir nach dem Abendessen direkt in unsere Zelte. Auch die Nacht bei -10 Grad in einem Zelt ist nicht ganz sooo angenehm. Wir hatten zum Glück warme Schlafsäcke gemietet und viele warme Kleiderschichten an, trotzdem war es nicht gerade kuschelig warm und das Atmen wurde in dieser Kälte zunehmend schwieriger. Wer’s glaubt oder nicht, sogar der Gang aufs WC ist anstrengendJ

Am nächsten Morgen ging es Thomas noch schlechter. Da wir an diesem Tag eine Strecke von 10h auf über 4700m.ü.m. vor uns hatten, und Primo nicht wie versprochen für Thomas ein Pferd auftreiben konnte, entschieden wir uns den Trip abzubrechen und nach Cuzco zurückzukehren. Doch wahrscheinlich wäre es einfacher gewesen einfach 10h weiter zu laufen, als zurückzukehren. Denn Primo konnte weder Pferde noch die dazugehörenden Horseman ausfindig machen. Anscheinend haben sich an diesem Morgen alle versteckt. Er schlug uns vor alleine zurück zu laufen (zur Erinnerung ca. 8-9h und das Ganze mit einem kranken Thomas!). Wir lehnten also dankend ab und bestanden darauf dass er eine Lösung findet. Sein zweiter Vorschlag lautete, wir sollen einfach mit ihnen weiterlaufen. Ich glaube er war ein wenig schwerhörig. Als machten wir ihm klar, dass es keine einzige Chance auf der Welt gäbe, dass wir diese 10h auf fast 5000m laufen würden, wenn es Thomas nicht gut gehe. Plötzlich schien er begriffen zu haben und genauso plötzlich musste die Frau vom Camp-Koch zum Arzt in Mollepata. Also durften wir mit ihm, seiner Frau, deren Schwester und ihrem Sohn im Auto, oder besser „Autöli“ ca. 3h zurück ins Dorf fahren. Und ja, ihr habt richtig gelesen, es passen 7 Personen in einen kleinen Fiat. Da die „Strasse“ mehrheitlich aus grossen Steinen und Bächen bestand, mussten oder hier besser, durften wir alle paar Meter aussteigen, da sonst das Auto auf den Steinen steckengeblieben wäre. Auch seiner Frau wurde es irgendwann zu eng und sie entschied einige Kurven abzukürzen. Sie stieg aus dem Auto und rannte senkrecht den Hang hinunter und wartete weiter unten auf uns. Sie war schneller als das Auto, atmete als wäre sie gerade aus dem Schlaf aufgewacht und das auf dieser Höhe. Unseren Respekt hat sie damit mit Sicherheit gewonnen, vor allem wenn man bedenkt, dass wir selbst nach ca. 4 Treppenstufen eine Pause einlegen und Atem holen müssen;-).  Auf jeden Fall kamen wir gut in Mollepata an und erwischten auch gleich einen Minibus zurück nach Cuzco. Dort ruhten wir dann zwei Tage aus bevor wir den Bus bzw. Zug nach Aguas Caliente nahmen, wo wir unsere Gruppe wieder trafen. Das Tourbüro erwies sich als sehr freundlich. Sie stellten uns eine Bescheinigung für die Reisevericherung aus und sorgten dafür dass wir unsere Gruppe wieder treffen und mit ihnen Machu Picchu besichtigen konnten. Aguas Caliente wurde nur erbaut um die Touristen welche, Machu Picchu besuchen wollen, zu beherbergen. Diese Stadt kann man eigentlich nur als sehr, sehr hässlich und extrem touristisch bezeichnen. Dafür war Machu Picchu umso interessanter. Der Name der Ruinenstätte selbst ist nicht bekannt. Sie liegt auf dem Gipfel des Berges Machu Picchu und wird deshalb ebenfalls so genannt.  Machu Picchu bedeutet „alter Berg“ und wird von den meisten Touristen fälschlicherweise als „Machu Pichu“ bezeichnet. Dies bedeutet dann „alter Schwanz“, also bitte für alle „Matschu Pichtschu“;-). Da zwischen unserem Hotel und Machu Picchu einige Kilometer und ca. 2000 Treppenabsätze lagen und wir faul sind und Ferien haben, entschieden wir uns den Bus auf den Machu Picchu zu nehmen. Schön trocken und ausgeruht (im Gegensatz zu den sportlicheren, welche den Fussweg wählten) kamen wir oben an. Doch das frühe Aufstehen hatte sich nicht gelohnt, denn der komplette Berg war tief in dichtem Nebel verborgen. Umso schöner war es dann dafür, als sich der Nebel zu lichten begann und die Sonne einzelne Teil des riesigen Bauwerkes freilegte. Wer einmal in Peru sein sollte muss auf jeden Fall die 2000 Treppenstufen (oder die BusfahrtJ) auf sich nehmen und Machu Picchu besuchen, es ist wirklich sehr beeindruckend. Da wir doch noch etwas Sport machen wollten, gingen wir den Rückweg nach Aquas Caliente zu Fuss. Von dort aus ging es schliesslich zurück nach Cuzco. Am nächsten Morgen nahmen wir einen Touristenbus nach Puno. Dieser stoppte unterwegs bei verschiedenen alten Kirchen und einem Inkatempel. So konnten wir doch noch etwas von der atemberaubenden Andenlandschaft sehen.

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