Feb 14, 2014 - Bolivien, Chile    kein Kommentar

Von La Paz nach San Pedro de Atacama

Nach 12 Tagen in der “Einsamkeit” sind wir wieder zurück in der Zivilisation und kommen nun endlich dazu euch mal wieder auf den neusten Stand unserer Abenteuer zu bringen. Zu unseren Tagen in der Einsamkeit später etwas mehr. Beim letzten Eintrag waren wir noch in La Paz. Von dort aus nahmen wir den Bus nach Tubiza. Die Fahrt sollte eigentlich mit einem Touristenbus ca. 12 Stunden dauern, so hatten wir es jedenfalls gebucht. Am Busterminal merkten wir dann schnell, dass es sich um einen lokalen Bus handelt und wir die einzigen Touristen waren. Wir dachten uns, auch dieser Bus wird am Ziel ankommen und stiegen ein. Wir versuchten es uns so bequem wie möglich zu machen, was nicht ganz so einfach ist, da in Bolivien alles (und somit auch die Busse) auf die Körpergrösse der Bolivianer angepasst ist. Da jeder Bolivianer neben sich selbst auch noch ca. 3 Packsäcke in Körpergrösse dabei hatte, wurde Platz im Bus ziemlich schnell zur Mangelware. Was also ist da nahe liegender, als auch das WC in Stauraum umzufunktionieren. Nach dem dann endlich alles Gepäck verstaut war ging die Fahrt los. Da die meisten Fahrgäste anscheinend noch nichts gegessen hatten wurde ein paar Mal angehalten, damit sich jeder mit einem Getränk und einem ganzen Poulet versorgen konnte. Anscheinend waren wir die einzigen, die Essen dabei hatten und auch mal aufs WC mussten, denn der Bus hielt ausschliesslich an um Essen zu kaufen oder neue Fahrgäste aufzuladen. So wurden aus den geplanten 12h halt 19h und wir waren umso erleichterter als wir endlich ganz in Tubiza ankamen.

Tubiza ist ein schönes kleines Städtchen in Mitten einer wunderschönen Landschaft. Hier kommt man sich fast ein bisschen vor wie im Wilden Westen und man möchte sich am liebsten auf ein Pferd setzen und die Gegend erkunden. Genau das haben wir dann auch getan. Tupiza ist umgeben von Hügel und Bergen in allen Farben. Durch den intensiven Regen während der Regenzeit entstehen faszinierende Felsformationen, welche die Gegend noch einzigartiger machen. Da die Erde in der Region von Tupiza mehrheitlich rot ist, entstehen bei starkem Regen rote Bäche und Wasserfälle an den Hängen. Da Tubiza nur ca. 1h von der argentinischen Grenze entfernt ist, entschieden wir uns über Silvester einige Tage nach Salta (Argentinien) zu fahren.

Das “schnell nach Salta fahren” erwies sich dann eher als “lange nach Salta fahren”, da die bolivianischen Zöllner anscheinend entschieden hatten im alten Jahr keine Stempel an Touristen mehr zu verteilen und stattdessen lieber Filme zu schauen und nebenbei ein bisschen zu essen. Nur wer genug Bargeld dabei hatte und den Polizisten sympathisch war, konnte sich einen Stempel erkaufen und so die Grenze passieren. Leider gehörten wir nicht zu denen mit genug Bargeld, also hiess es warten. Nachts um 2.00 Uhr statt dem geplanten 16:00 Uhr kamen wir dann mit dem Taxi (da natürlich kein Bus mehr fuhr) in Salta an. In Salta hatten wir ein Hostel ca. 30 Minuten ausserhalb der Stadt gebucht. Der Pool lud zwar mit seinem tief braunen Wasser nicht gerade zum Baden ein, aber das Hostel war super zum entspannen und nach einigen Wochen auf kühlen 4000 m perfekt zum Sonnenbaden und die Seele baumeln lassen. Salta selbst ist eine hektische und vor allem extrem dreckige, heisse Grossstadt. Im Zentrum hat Salta zwar einige schöne Gebäude, richtig überzeugen konnte es uns aber nicht. Trotzdem hatte es sich gelohnt nach Salta zu kommen, denn an Silvester gab es im Hostel ein super BBQ und um Mitternacht wurde mit Champagner gespritzt. Alles in allem ein tolles Silvester.

Die Rückreise nach Salta war dann etwas angenehmer (wahrscheinlich dank guten Neujahrsvorsätzen der bolivianischen Zöllner :-) ). In Tupiza buchten wir dann mit Torre-Tours eine 5 Tagestour zur Salzwüste Uyuni und den umgebenden Nationalpark. Da wir zu dritt waren und der Tourveranstalter keine weitere Person finden konnte, die ebenfalls eine 5-Tages Tour machen wollte, hatten wir mal wieder eine Privattour. Luis, unser Chauffeur des Jeeps, und Maria, seine Freundin und unsere Köchin, erwiesen sich als super Reisebegleitung. Sie fuhren uns durch atemberaubende Landschaften auf teilweise sehr unwegsamen Strassen. Die ersten drei Tage sahen wir sehr viele unterschiedliche Felsformationen und Gebiete, die an Mondlandschaften erinnerten. Das ganze Gebiet wird von Vulkanen umgeben und hat daher sehr spezielles Gestein. Luis sagte uns jeder Hügel und jeder Berg in dieser Gegend sei ein Vulkan. Da das Gestein und andere Faktoren anscheinen ähnlich wie auf dem Mars sind, testete die NASA hier einen Roboter. Zwischendurch konnten wir immer wieder Lagunen besichtigen. Die Lagune Kollpa hat beispielsweise sehr viel Borax (und stinkt extrem:-)), was zur Seifenherstellung abgebaut wird. Die Lagune Verde ist grün wegen ihrem Gehalt an Magnesium, Arsen, Kupfer, Blei und anderen Schwermetallen sowie dem Wind, der die Oberfläche aufraut. Die Lagune Colorada wird rot durch sehr viel Plankton und Algen. Was für uns am beeindruckendsten war, waren die unzähligen Flamingos in den farbigen Lagunen, da wir diese Tiere sonst nur vom Zoo kennen. Ebenfalls sehr beeindruckend waren die Geysire auf 5500m über Meer (Dampf, der aus dem Erdinnern an die Oberfläche kommt). Die ganze Gegend ist unglaublich farbig und trotz Wüste extrem abwechslungsreich. Immer wieder sieht man Flamingos, Lamas und Strausse. Am Rande der Salzwüste konnten wir in einer ganz einfach Unterkunft übernachten, welche komplett aus Salz gebaut wurde. Am zweitletzten Tag machten wir uns dann um 5 Uhr Morgens auf in die Salzwüste. Luis hat uns noch gesagt, dass wir sehr wahrscheinlich nicht in den Park hinein können, da dieser in der Regenzeit unter Wasser steht. Da wir aber zusammen mit drei mutigen Fahrern unterwegs waren, die entschieden trotz Wasser in den Park Salar de Uyuni und somit zur Isla Incahuasi mit den unzähligen Kakteen zu fahren, fuhr Luis nach einigem zögern und ein paar Gebeten einfach hinterher. Zuerst war es wirklich ein wenig unheimlich, im dunkeln 2h durch ca. 20 cm tiefes Wasser zu fahren, wenn man weder links noch rechts das Ufer sehen kann. Aber es hat geklappt und das Wasser wurde immer weniger und wir konnten gut zur Isla Incahuasi fahren. Die ganze Insel ist voll von Meter hohen Kakteen. Von dort aus fuhren wir dann ca. 3h über die Salt Flats zum Ausgang des Nationalparks. Durch den etwa 10 cm tiefen Wasserspiegel auf dem Salz, erschien der gesamte Park wie ein Spiegel in dem sich die Wolken spiegelten, wirklich sehr beeindruckend. Auch wir haben uns den anderen Touristen angeschlossen und einige lustige Fotos gemacht. Dies war jedoch nicht so einfach wie im Normalfall wegen dem Wasser. Trotzdem war es ein super Erlebnis. Beim Ausgang des Parks wurden schon intensive Vorbereitungen für das Dakar Rallye getroffen, welches von Argentinien über Bolivien nach Santiago de Chile führte. In wenigen Tagen sollte die Etappe durch die Salzwüste nach Tupiza führen. In Uyuni besichtigten wir noch den Zugfriedhof. Hier liegen hunderte von Tonnen Schrott rum, die Thomas gleich abtransportieren lassen wollte. Er entschied sich aber zu warten, bis die Preise ein wenig steigen.:-) Auf dem Friedhof wurden wir von einem sehr starken Gewitter überrascht. Wir fühlten uns sehr unwohl, da wir mal gelernt haben, dass es nicht sonderlich gut ist bei einem Gewitter auf einer grossen Fläche mit viel Metall um einem herum zu stehen. Gerade rechtzeitig kam Luis mit seinem Jeep und brachte uns in Sicherheit.

Nach einer Übernachtung in einem kleinen Dorf, indem anscheinend jeder den ganzen Tag Drogen konsumiert, wurden wir dann von Luis und Maria an der Chilenischen Grenze abgeladen, wo wir dann mit einem Colectivo (Bus) weiter nach San Pedro de Atacama fuhren.

am-abend-kochte-maria-fuer-uns

Picture 1 of 37

Was zu sagen?

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Reload Image
Enter Code*: