Jul 20, 2014 - Neuseeland    kein Kommentar

Neuseeland

Nach einer langen Durststrecke ohne Internet in Australien melden wir uns endlich wieder zurück. Unglaublich wie schwierig es ist, in einem Land wie Australien ein funktionierendes Internetnetz zu finden. Aber zu Australien später mehr. Zuerst sind wir euch noch die News aus Neuseeland schuldig.

Am 1. April, unglaublich wie lange her das schon ist, flogen wir über die Datumsgrenze von Honolulu nach Auckland. Somit gab es dieses Jahr für uns keinen 1. April, keine Scherze und unsere Reise dauert eigentlich nur 364 Tage statt den geplanten 365.

In Auckland wurden wir von einem Taxifahrer vom Flughafen auf Umwegen zur Campervan Vermietungsfirma gebracht. Der Taxifahrer hatte sehr viel Freude daran, dass er Schweizer Fahrgäste hatte und entschied eine kostenlose Stadtführung zu machen. Somit fühlten wir uns in Neuseeland gleich willkommen auch wenn wir mit dem neuseeländischen Englisch so unsere Startschwierigkeiten hatten (Sind wir uns doch ans Amerikanische gewöhnt). Nach der kostenlosen Stadtrundfahrt bekamen wir den wohl coolsten Camper, Birdie. Birdie ist ein fahrendes Kunstwerk und wurde von vielen bestaunt. Mit Birdie verbrachten wir die ersten Tage in Neuseeland auf einem Campingplatz in Auckland, wo wir uns zuerst Bikes kauften.

Thomas hat seine Freizeit in den letzten Monaten damit verbracht die coolsten Biketrails in Neuseeland ausfindig zu machen.  Wir hatten Glück und fanden ein gutes Angebot bei einer Bikevermietung in Auckland, die uns zwei ehemalige Mietbikes und das dazugehörende Zubehör sehr günstig verkaufte. So erkundeten wir zuerst mal Auckland mit den neu erworbenen Bikes, bevor es dann weiter der Küste nach zur Coromandel Peninsular ging. Die Küste ist unglaublich schön, mit vielen einsamen Stränden und türkisem Wasser.  Obwohl das Wetter sonnig war, war es doch ziemlich windig und leider nicht mehr so angenehm zum Baden. Von dort aus ging es weiter zum Hot Water Beach.

Der Hot Water Beach bietet ein einmaliges Naturerlebnis. Überall am Strand sieht man heisses Wasser vom Boden her in kleinen Blasen aufströmen. An diesen Stellen kann man sich  mit einer Schaufel ein Loch buddeln. Vom Boden her drückt es dann heisses Wasser in das Loch und man hat eine private Badewanne mit heissem Wasser an einem wunderschönen Sandstrand. Und das Beste: es ist gratis!

Vom Hot Water Beach ging es dann weiter nach Rotorua wo biken angesagt war. Einen Tag lang sausten wir von Morgens bis Abends auf den über 100km Biketrails herum.

In Rotorua gib es für jeden, ob fortgeschritten oder Anfänger einen geeigneten Trail, sogar für Kinder hat es kleine Trails. In der Nähe von Rotorua haben wir auch einen traumhaften kleinen Campspot direkt am See Okareka gefunden, wo wir ein paar Tage blieben.

Von dort aus fuhren wir weiter zum Lake Taupo, wo wir eigentlich das Alpin Crossing machen wollten, eine acht bis zehn stündige Wanderung vorbei an aktiven Vulkanen. Leider haben wir aber nicht nur Rotorua und das Biken hinter uns gelassen, sondern auch das schöne Wetter.

In Taupo machten wir Bekanntschaft mit den Auswirkungen eines Zyklons, welche uns für die nächsten zwei Wochen treu begleiteten. Das heisst, es war nicht ans Alpin Crossing zu denken, da es stürmte und regnete und nicht mehr aufhören wollten. So entschieden wir unser Glück auf der Südinsel zu versuchen. Über Napier fuhren wir nach Wellington. Wellington fanden wir eine coole Stadt mit einem super Night Market, wo man sich an den unzähligen Essensständen den Magen vollschlagen kann. Ein weiteres Highlight in Wellington ist das Te Papa Museum. Es ist riesig und kostenlos. Es gibt dort neben ein paar temporären Ausstellungen, sehr interessante Ausstellungen über die Maorikultur und Naturgewalten wie Erdbeben, Stürme usw.! Man kann dort problemlos einige Tage verbringen, wir entschieden uns jedoch dem schlechten Wetter zu entfliehen und auf die neuseeländische Südinsel zu flüchten.

Mit der Fähre fuhren wir über Nacht nach Picton im Norden der Südinsel. Da die Fähre erst um ca. 2 Uhr Morgens ablegte, entschieden wir uns in der Warteschlange noch etwas zu schlafen. Als wir wieder aufwachten, waren alle Autos um uns herum schon eingeladen. Zum Glück nahmen sie uns trotzdem noch mit. Die Überfahrt war trotz der grossen Fähre ziemlich wellig und wir waren froh, als wir wieder festen Boden unter den Füssen hatten.

Vom Fährhafen aus fuhren wir weiter hoch, alles der Küste nach zum Abel Tasman National Park. Die Küste muss anscheinend wunderschön sein, wir konnten jedoch nur grau, weiss Schattierungen wahrnehmen. So entwickelte sich auch unser Standardspruch: „ Hier wäre es sicher super schön, wenn es nicht regnen würde und man etwas sehen könnte!“

Wir aber haben uns in den Kopf gesetzt so lange vor dem Abel Tasman Nationalpark zu warten bis die Sonne Kommt und wir wandern gehen können. Nach drei Tagen liess sich dann die Sonne blicken und der Regen machte für ein paar Stunden Pause und wir konnten tatsächlich einige Stunden wandern gehen. Das Warten hat sich gelohnt. Im Abdel Tasman hat es wunderschöne Waldwege und traumhafte (im Normalfall türkise) Buchten. Am nächsten Tag war es wieder grau und es regnete noch mehr als zuvor. So entschieden wir uns die restliche Küste abzukürzen und durch die Berggegend in Richtung Christchurch zu fahren. Auch die Berggegend soll anscheinend sehr schön sein, wir jedoch konnten wieder nur Grautöne wahrnehmen. Jedoch bekamen wir ein wenig Abwechslung in Form von Schnee. Von Christchurch aus fuhren wir weiter südlich nach Dunedin und zur Peninsular Dunedin nach Portobello. Sowohl das Campen, als auch das Fahren gestaltete sich etwas schwierig, da sämtliche Strassen, Felder und Wiesen überflutet waren. Die meisten Campingplätze sind an Flüssen gelegen und waren somit unzugänglich. Trotzdem schafften wir es mit einiger Verspätung zur Halbinsel. Dort wollten wir auf die Suche nach Pinguinen gehen. Doch wie auch an allen anderen interessanten Orten in Neuseeland verlangt die Regierung ca. 20 Dollar eintritt zum Strand nach 17 Uhr, da dann die Pinguine an Land kommen. Uns war dies zu blöd und wir entschieden an einem anderen, weniger zugänglichen Strand unser Glück zu versuchen. Wir kletterten also bei der Dämmerung ca. 40 Minuten fast senkrechte Sanddünen herunter um an den traumhaften, menschenleeren Sandstrand zu gelangen. Dort wurden wir von ein paar Seelöwen empfangen. Nach dem  wir mitsamt Wanderschuhen durch einen Fluss gelaufen sind und über eine Stunde bei eisigen und windigen Temperaturen mit nassen Füssen vergeblich auf Pinguine gewartet haben, entschieden wir uns zurück zu gehen. Doch in dem Moment als wir uns umdrehen wollten, wurde neben uns ein Yellow Eyed Penguin mit einer Welle angespült, stand auf, schüttelte sich und watschelte quer über den Strand zu den Sanddünen. Wir haben uns so unglaublich über die kleine Privatvorstellung gefreut, dass wir unsere nassen Füsse und die Kälte ganz vergassen.

Eine weitere positive Überraschung erlebten wir dann am Ostersonntag als plötzlich am Morgen die Sonne schien. Natürlich machten wir das, was jeder nach zwei Wochen Dauerregen machen würde: Wir packten Sandwiches ein und machten eine Velotour rund um die Halbinsel. In Dunedin haben wir auch noch die steilste Strasse (Baldwin Street) der Welt besucht. Von unten sah es nicht so steil aus, aber beim Hinaufgehen merkten wir, dass 35 % oder knapp 20° sehr steil sind. Das hielt jedoch einen Jogger nicht davon ab, die 750m andauernd hinauf und hinab zu rennen.

Von der Peninsular Dunedin fuhren wir immer noch bei strahlendem Sonnenschein nach Bannockburn, einem Ort in der neuseeländischen Weingegend Central Otago. Angeblich soll hier einer der weltweit besten Pinot Noir produziert werden. Dort stiegen wir einmal mehr auf unsere Bikes und machten die Weingüter unsicher. Schwer mit Wein beladen ging es dann weiter zum Lake Tekapo wo wir unsere letzten Tage in Neuseeland mit wandern und der herrlichen Aussicht genossen, bevor es nach Christchurch und dann weiter nach Australien ging.

Abel_Tasman_NP_1

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