Okt 15, 2014 - Malaysia, Thailand    2 Kommentare

Rämidämi in Kuala Lumpur und das entspanntere Thailand

Für uns zwar einen Tag zu spät, aber schliesslich besser als nie, kamen endlich Fabienne und Jan in Kuala Lumpur an. Unglaublich wie viele Monate wir uns auf diesen Tag gefreut haben und wie schnell die Zeit verging. Wir holten die beiden am Flughafen ab und machten es uns erstmals in einem Restaurant gemütlich, wo wir die nächsten Stunden damit verbrachten uns zu erzählen, was wir so alles erlebt hatten und was sich zu Hause so ereignete. Unser Plan war es eigentlich nach 1-2 Tagen in Kuala Lumpur weiter nach Norden in einen Nationalpark zu fahren und von da aus mit dem Jungle-Train in Richtung Pulau Langkawi weiter zu reisen. Von Langkawi aus war geplant dem Rat von MAWI Reisen zu folgen und über die Grenze nach Thailand zu gehen und dort die verbleibende Zeit auf den traumhaften Inseln mit Schnorcheln und Tauchen zu verbringen. Da wir alle ziemlich spontan reisen und sich unsere Vorausplanung auf das Reiseführer lesen beschränkt hatte, wollten wir am ersten Abend zuerst mal alle Transportmittel und Unterkünfte buchen. Leider kam uns der gute alte Ramadan und der noch bessere Monsun in die Quere.

Zuerst zum Letzteren: Da uns die Reiseroute durch Malaysia nach Langkawi und die thailändischen Inseln von MAWI Reisen empfohlen wurde, haben wir überhaupt nicht mehr daran gedacht das Wetter zu checken. Wir haben uns lediglich über die einzelnen Orte im Reiseführer informiert. Dies stellte sich als grosser Fehler heraus. Denn als wir versuchten auf Koh Lipe ein Hotel zu buchen, machten uns einerseits das kleine Angebot an Hotels und andererseits die sehr niedrigen Preise stutzig. Dank des guten alten Googles fanden wir dann ziemlich schnell heraus, dass wir nicht etwa super Glück hatten und Traumhotels zu Dumpingpreisen hätten buchen können, sondern dass zu dieser Jahreszeit der Monsun im Westen Thailands und Malaysias zu Besuch ist. Somit hatten die meisten Resorts überhaupt nicht geöffnet und auch die Fähre von Langkawi aus fährt in den Monsunmonaten überhaupt nicht. So wurde uns schnell klar, dass wir den thailändischen Inseltraum und die Hoffnung auf Dugongs beim Tauchen begraben können und eine Alternative finden müssen. Und da kam dann der Ramadan ins Spiel. Denn zu der gegebenen Zeit war gerade das Ende des Ramadans gekommen, was bedeutet, dass viele Malaysier die Festtage verlängern und Urlaub machen. Da natürlich auch sie nicht in die Monsungegenden reisen, buchen sie ihren Urlaub auf den Inseln im Osten Malaysias und auf dem Festland. Dies führte wiederum dazu, dass wir auch nach fast dreitägiger Suche für die nächsten zwei Wochen weder ein Hotel irgendwo in Malaysia auf dem Festland, noch auf den umliegenden Inseln finden konnten. Also musste auch Plan B begraben werden und ein Plan C her. Plan C war schnell erfunden. Die Idee war es mit dem Zug nach Thailand zu fahren und nur einen Zwischenhalt im Nationalpark in Malaysia einzulegen und dann den Bade- und Tauchurlaub auf den Inseln im Osten Thailands zu verbringen. Aber auch hier wurde uns wieder ein Strich durch die Rechnung gemacht. Dieses Mal war aber weder das Wetter noch ein Feiertag schuld, sondern der Terrorismus. Denn ganz im Süden Thailands an der Grenze zu Malaysia sind Aktivisten tätig, die immer wieder Anschläge auf Züge usw. ausüben und natürlich rät das EDA von Reisen in diese Provinzen ab. Als Plan D überlegten wir uns dann kurz das Ziel völlig umzukrempeln und nach Indonesien zu gehen. Doch da Fabienne und Jan von Bangkok aus den Heimflug gebucht hatten und auch wir nach Thailand hoch wollten, verwarfen wir die Idee ziemlich schnell wieder. So entstand dann schlussendlich Plan E, der folgendermassen aussah:

Wir buchten spontan einen Flug nach Koh Samui, eine Fähre nach Koh Tao und ein Hotel in Koh Tao. Schon am nächsten Tag ging es los. Da wir geplant hatten die malaysisch/thailändische Grenze auf dem Landweg zu überqueren hatten Thomas und ich im Voraus extra noch ein Visum für einen längeren Aufenthalt in Thailand beantragt. Denn wer auf dem Landweg nach Thailand einreist darf nur zwei Wochen bleiben. Da wir schlussendlich aber flogen war das Visum überflüssig. Aber so hatten wir die Ehre die thailändische Botschaft in Kuala Lumpur zu besuchen und haben jetzt ein schönes Thailandvisum im Pass. Wir haben unser Geld schliesslich schon dümmer ausgegeben:-).

Auf der Fähre regten wir uns dann über die Dreistigkeit einiger Chinesen auf, die mit gutem Gewissen auf einer mehrstündigen Überfahrt Plätze für ihren angeblichen „(inexistenten) Sohn“ reservierten und dabei zusahen wie mehrere Personen die ganze Fahrt über stehen mussten. Thomas und ich erinnerten uns dabei, dass China ja auch noch auf unserem Reiseprogramm steht.

In Koh Tao ging es dann mit dem schlechten Karma weiter. Denn als wir in dem gebuchten Hotel ankamen begrüssten uns nicht wie auf den Fotos im Internet ein schöner Strand und weisse Bungalows, sondern Bergen von Müll und Rost und dazu sehr unhöfliches Personal. Ich glaube auf unserer ganzen Reise durch Thailand (von der wir später mehr berichten) waren das fast die einzigen unfreundlichen Thailänder. Nach einer kurzen Besprechung entschieden wir, dass wir nicht bereit sind für dieses Hotel 70 Franken pro Zimmer und Nacht zu bezahlen. So mieteten Jan und Rita einen Roller und fuhren quer durch die Insel und checkten Hotels aus und Thomas und Fabienne passten in der Zwischenzeit auf das Gepäck auf. Da aber wegen den europäischen Sommerferien sehr viel ausgebucht war gestaltete sich auch die Hotelsuche vor Ort ein bisschen mühsam. Vom Regen durchnässt und mit einer zerrissenen Hose später hatten wir eine schöne Unterkunft mit Meerblick und Strandanschluss gefunden. Endlich konnten die Ferien (vor allem für Fabienne und Jan) losgehen. Wir mieteten zwei Roller, so dass wir die Insel erkunden und abends in den super Restaurants am Sairee Beach essen konnten.

Die Tage in Koh Tao verbrachten wir mit tauchen, schnorcheln, lesen einfach geniessen. Obwohl Jan und Fabienne schon mal in Koh Tao tauchen waren, hatten wir ein paar super Tauchgänge. Unter anderem zu einem Wrack aus dem 2. Weltkrieg. Auch sorgte der französische Dive-Instructor, Kevin mit seinem Dialekt für ausreichend Unterhaltung…

…ok guys! Nun zu der Zeit nach Koh Tao. Die Tage auf Koh Tao gingen wie alles Schöne im Leben (und somit auch unsere ganze Weltreise) natürlich viel zu schnell vorbei. Von Koh Tao aus ging es mit der Fähre nach Chumphon auf dem Festland und von dort aus weiter mit dem Bus nach Hua Hin. Von dieser Fahrt nach Hua Hin hat wahrscheinlich nur Jan etwas mitbekommen, denn wir anderen schwebten irgendwo im Delirium. Da wir vor einigen Tagen etwas schlechtes gegessen oder getrunken hatten und es bei den letzten Divetrips ziemliche Wellen hatte, entschieden wir unser Schicksal nicht herauszufordern und vorsorglich Tabletten gegen Reisekrankheit zu nehmen. Da wir natürlich keine solchen hatten, kaufte Thomas in einer Apotheke in Koh Tao welche und die gute Dame in der Apotheke meinte noch wir sollten zwei davon nehmen. Gesagt getan – in der Warteschlange vor der Fähre nahmen Fabienne, Thomas und ich je zwei Tabletten und schliefen alle kurz darauf noch in der Warteschlange ein. Wir wissen nicht wirklich, ob die Frau in der Apotheke die Tabletten ev. mit Valium verwechselt oder uns Medizin zur Betäubung von Elefanten gegeben hatte. Aber Thomas und ich waren seither auf den doch sehr katastrophalen Strassen in Laos und Vietnam noch einige Male sehr froh um die Tabletten. Aber dazu später mehr.

Immer noch etwas benommen kamen wir gut in Hua Hin (einem Ferienort am Strand, hauptsächlich für Thais) an. Dort hatten wir eine Villa mit zwei Schlafzimmer gebucht und wollten eigentlich einen Mietwagen organisieren. Doch auch hier wieder kein Glück, denn AVIS hatte für diesen Tag keine Mietwagen mehr zur Verfügung. So buchten wir also einen Mietwagen für den nächsten Tag und mussten wohl oder übel ein Taxi zu der abgelegenen Villa nehmen. Wie abgelegen sie war merkten wir erst als der Taxifahrer auch nach dem 4. Versuch die Zufahrtsstrasse nicht fand. Aber der ganze Aufwand hatte sich gelohnt, denn von im Ganzen 6 Villen war nur unsere vermietet und so hatten wir nicht nur die Villa für uns sondern auch den Garten und den Pool. Mit dem Auto, das Jan am nächsten Morgen holte konnten wir in den nächsten Tagen flexibel die Gegend erkunden und unter Anderem einen Ausflug in einen Nationalpark unternehmen.

Wie auch in Koh Tao ging auch die Zeit in Hua Hin viel zu schnell vorbei und wir mussten uns schon auf den Weg nach Bangkok machen. Wir entschieden uns mit dem Zug zu reisen. Vor der Abfahrt dienten Fabienne und Rita noch als Fotosujet für eine thailändische Schulklasse. Wenn der Zug nicht überfüllt ist, ist dies ein sehr angenehmer Weg um in Thailand zu reisen. Nach ca. 4 Stunden kamen wir in Bangkok an und mussten ein Taxi suchen, das erstens gross genug für das viele Gepäck war und zweitens nicht Wucherpreise verlangte, wie es in Bangkok so üblich ist. Als wir dann ziemlich erledigt und dreckig von der vierstündigen Zugfahrt mit offenen Fenstern im Hotel ankamen wurden wir so richtig belohnt. Das Hotel war 1-A und wir mit unseren Reisekleidern ein bisschen fehl am Platz. Aber eine Dusche kann ja fast alles richten. Das Hotel wurde noch besser, als wir am nächsten Morgen zum ersten Mal das Frühstück genossen. Denn im Angebot hatte es unter anderem richtigen Parmaschinken und Salami. Davon hätten Thomas und ich nicht mal gewagt zu träumen. Nach einem Shoppingtag war dann leider auch schon wieder die Zeit für den Abschied gekommen und Fabienne und Jan mussten wieder zurück in die kalte, verregnete Schweiz. Wir haben es sehr genossen endlich wieder Freunde um uns zu haben und der Abschied fiel uns deshalb schwer. Ganz spontan hatte sich Linda dazu entschlossen uns für knapp 10 Tage zu besuchen und so kam sie gerade dann in Bangkok an, als Fabienne und Jan losflogen.

Hua_Hin_Aeffchen

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2 Kommentare

  • Wenn ichs jetz liese muss ich mega lache! Was für e Story =)

    • Do säg ich nur eis: Let’s enjoy the spectacle oder chan mir öpper säge “uhh is wiss uhh?”:-)

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