Okt 30, 2014 - Laos    kein Kommentar

Laos

Von Nong Khai aus ging es zuerst mit dem Tuk Tuk und dann mit dem Bus über die Friendship Bridge und somit über den Mekong nach Laos. Dort merkten wir ziemlich bald, dass es nun fertig ist mit der thailändischen Freundlichkeit, als uns der Zöllner den Pass nach dem Visumsantrag sozusagen vor die Füsse warf und das Schalterfenster wieder zuknallte. Welcome to Lao, dachten wir!Mit dem Taxi fuhren wir dann die letzten Kilometer nach Vientiane, in die Hauptstadt von Laos. Wie wir so sind hatten wir natürlich keine Unterkunft reserviert und merkten schnell, dass die Nebensaison nicht nur Vorteile hat. Vor allem dann nicht, wenn man am Abend noch ein Hotel sucht und die meisten geschlossen sind. Nach einigem Hin und Her fanden wir aber noch eine Unterkunft. In Vientiane gibt es neben vielen Tempeln und Museen auch einen riesigen Night-Market und schöne Handicraft-Shops, in denen wir bzw. Rita sich mit Seidenschälen ausrüstete.

Von Vientiane aus ging es mit dem Bus weiter nach Vang Vieng, einem kleinen Backpackerort, in dem anscheinend in der Hochsaison die Post ab geht. Zur Regenzeit, also als wir dort waren, konnte man die Touristen jedoch an zwei Händen abzählen und sich in jeder Bar und Restaurant einen Platz aussuchen. Neben Kayaking und Tubing wird hier auch so ziemlich jedes Getränk und jede Mahlzeit in einer „Happy-Form“ angeboten. Das heisst wer will bekommt zum Beispiel auf seine Pizza noch ein paar Pilzchen, Hanf oder Opium, so dass man garantiert auch lustig ist. Wir jedoch begnügten uns mit dem „un-happy“ Essen und Trinken, weil wir sonst ja schon lustig sind.

Von Vang Vieng aus nahmen wir wieder einen Bus bis nach Luang Prabang, einem weiteren Touristenort. Luang Prabang liegt im bergigen Norden und hat noch sehr viele Gebäude der französischen Kolonialzeit und einen wirklich beeindruckenden Handicraft-Markt. In Luang Prabang verbrachten wir einige Tage mit shoppen und Tempel bestaunen. Da wir in Laos leider nur wenig Zeit hatten, entschieden wir, dass wir noch etwas ab vom Massentourismus sehen wollen. So buchten wir eine mehrtägige Wanderung durch den Dschungel, Reisfelder und Berge mit Übernachtungen bei lokalen Familien aus Minderheiten der umliegenden Dörfer. Wir hatten mal wieder unglaubliches Glück und waren die einzigen, die diese Tour gebucht hatten und so hatten wir den Guide für uns alleine. Total erledigt und verschwitzt erreichten wir das Dorf der Hmong Minderheit. Hmong People stammen ursprünglich aus der Mongolei und sind eine der drei Bevölkerungsgruppen in Laos. Hmong People leben vor allem in Bergdörfern und praktizieren unter anderem den Schamanismus. Dort durften wir bei einer 100 jährigen Frau im Schuppen auf Holzbrettern schlafen. Zuerst wollten wir natürlich mal duschen, doch das konnten wir schnell vergessen. Die „Dusche“ ist eigentlich ein Dorfwasserhahn, an dem sich Einer nach dem Anderen aus dem Dorf wäscht. Die Männer in Unterhosen und die Frauen binden sich die Tücher, die sie am Tag auf dem Feld tragen um den Körper. Die Waschrituale sehen ziemlich mühsam aus, denn erstens ist der Wasserhahn ca. auf Hüfthöhe (als bei uns Kniehöhe) angebracht und zweitens ist es vor allem für die Frauen ziemlich umständlich sich unter den Tüchern zu waschen. Wir hätten schon längst eine Mauer um den Wasserhahn errichtet um etwas Privatsphäre zu gewährleisten. Aber anscheinend sind wir die einzigen die diese Art des Waschens als etwas mühsam empfinden. Nach dem wir halbwegs sauber waren schauten wir uns ein bisschen im Dorf um und beobachteten das tägliche Dorfleben.

Zu unseren Erlebnissen im Dorf erzählen wir dann zu Hause mehr. Wie schon gesagt, glauben die Leute der Hmong Minderheit an den Schamanismus. Der Zufall wollte es, dass ein Kind im Nachbarhaus krank war und der Shaman vorbei schaute. Das Ritual läuft so ab, dass je nach Schweregrad der Krankheit und somit Dauer des Rituals der Shaman bezahlt wird. Am Anfang wird festgelegt was für ein Tier geopfert wird. Auch dies hängt vom Gesundheitszustand der erkrankten Person ab. In diesem Fall war es ein Schwein. Während die ganze Familie in der Hütte an einem Feuer versammelt war und der Shaman mit seinem Sprechgesang, einer Trommel und einem Gong die bösen Geister vertrieb, schlachteten die Männer vor der Tür ein Schwein. Das Schwein wurde dann auch gleich am Dorfwasserhahn ausgenommen. Alles wurde gründlich gereinigt und die schon sauberen Innereien fein säuberlich über den Wasserhahn gehängt. Zum Glück hatten wir schon geduscht. Das Schwein das geopfert wurde muss noch am selben Tag verzerrt werden. Es war sehr interessant ein solches Ritual miterleben zu dürfen. Für uns war es jedoch schwer vorstellbar, wie dadurch das schwer kranke Kind wieder gesund wird. Aber um dies zu verstehen müssten wir uns mehr mit dieser Kultur befassen. Nach ca. drei Stunden Sprechgesang und Gongschlägen hatten wir aber irgendwann genug, vor allem da wir eigentlich schlafen wollten.

Zurück in Luang Prabang buchten wir einen Minibus über Udomxai nach Dien Bien Phu in Vietnam. Die Strecke war zwar nur etwa 350 km, dauerte aber wegen den ziemlich, sorry, beschissenen Strassen ca. 16 Stunden. Wegen den super tollen thailändischen Reisekrankheitstabletten (wer unseren Blog aufmerksam verfolgt, kann sich daran erinnern) waren wir so ziemlich die einzigen im Minibus denen nicht schlecht war. Im Bus kamen wir mit einem Laoten ins Gespräch der in Vietnam, in Dien Bien Phu, studiert. Er half uns dann auch als in Vietnam schon bevor der Bus in die Station eingefahren war, die Tür aufgerissen wurde und Leute einstiegen um allen Fahrgästen Hotels oder Weiterfahrtickets zu verkaufen. Er kam mit einer alten Vietnamesin ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass sie ein Guesthouse hat. So versuchten wir unser Glück und gingen mit der Dame mit…

Hmong_People_Wanderung_1

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